Das Internet-Hirn: trainiert oder degeniert.
Schirrmacher Lektüre: Das Hirn Internet nutzender Menschen ändert sich durch Informationsüberfluss, Multitasking und die Übernahme kognitiver Fähigkeiten, legt Schirrmacher und mit ihm schon einige vorher recht überzeugend dar. Aber ändert es sich tatsächlich in die falsche Richtung, wie er behauptet und Untersuchungen abnehmender Lese- und Konzentrationsfähigkeit nahelegen? Man könnte umgekehrt argumentieren, dass Menschen, insbesondere Wissensarbeiter, heute durch das Internet Dinge leisten können, die vorher kognitiv schlichtweg nicht möglich waren.
Sie sind dazu fähig, weil das Internet unendliches Wissen und Werkzeuge zur Verfügung stellt und gleichzeitig das Hirn trainiert, damit umzugehen. Um die gleiche Leistung zu produzieren, wie dies heute Wissenarbeiter z. B. als Freiberufler mit einem lockeren Netzwerk alleine hinbekommen, wären noch vor zehn Jahren zehn Mitarbeiter und ein komplettes Büro notwendig gewesen.